Das Besondere an diesem Smartphone ist die Kamera.

Der perfekte Selfie sollte nicht an der schwachen Frontkamera scheitern. Deshalb hat sich Asus einen Trick für sein neues Smartphone ausgedacht: Einfach die Rückfahrkamera ausfahren und umdrehen.

Was, Asus macht auch Smartphones? Der taiwanesische Hersteller ist besser bekannt für Computer in Deutschland. Doch seit Jahren erreichen immer wieder ganz innovative Smartphones den deutschen Markt – wenn auch nicht in der Größenordnung der großen Namen aus den USA, Südkorea oder China.

Der letzte Asus-Streich: Das Zenfone 6. Taiwanesen berechnen für ihr neues Topmodell Preise ab 500 Euro. Auf den ersten Blick ist das 6,4-Zoll-Gerät ein ziemlicher Brocken. Das Android-Smartphone wiegt 190 Gramm – und offenbar fehlt die Frontkamera.

Aber niemand muss auf Selfies verzichten. Denn die Zenphone-Hauptkamera, eine Kombination aus einer 48- und einer 13-Megapixel-Kamera, dreht sich auf Knopfdruck um 180 Grad und wird so zur Frontkamera. Nebeneffekt der sogenannten Flip-Kamera: Das Display ist bis auf einen schmalen Streifen am unteren Ende nahezu randlos.

Die Faltkamera sieht solide aus.
Die rotierende Kamera des Zenfone 6 ist mehr als nur ein Spielzeug für Selfies. Abgesehen vom Sparaspekt wird die Flip-Kamera sinnvoll eingesetzt. Zum Beispiel für 180-Grad-Panoramen. Endlich müssen Sie das Telefon nicht mehr mit wackeligen Händen selbst schwenken, sondern die Arbeit dem Motor überlassen.

Im Freihandmodus kann das Zenfone auch zum komfortablen Einstellen ungewöhnlicher Positionen verwendet werden – einfach durch Bewegen der Kamera in den gewünschten Winkel mit den Lautstärketasten. Im täglichen Gebrauch macht das Design einen ziemlich langlebigen Eindruck.

Bei Gegendruck schaltet sich der Motor aus, das Telefon fällt ab, die Flip-Kamera fährt automatisch ein und verriegelt. Es bleibt abzuwarten, wie viele Jahre Dauereinsatz es gibt. Jedenfalls verspricht Asus 100.000 Wendungen.

Gute Fotoqualität.
Mit dem eingebauten 48-Megapixel-Sensor und viel Software gelingen die meisten Fotos angenehm gut. Im Normalbetrieb werden vier Pixel zu einem Pixel hinzugefügt. Das fertige Foto wird dann mit 12 Megapixeln (MP) abgespielt. So sollen mehr Details, mehr Licht und weniger Rauschen im Bild landen.

Aber wenn du willst, kannst du auch Fotos mit 48 MP machen. Es gibt kein eigenes Zoomobjektiv wie im Samsung Galaxy S10, dem OnePlus 7 Pro oder dem Huaweis P30 Pro. Andererseits gibt es aber auch eine doppelte Vergrößerung ohne spürbaren Qualitätsverlust.

Neben der Hauptkamera gibt es auch eine Weitwinkelkamera mit 13 Megapixeln und einen 125-Grad-Aufnahmebereich – eine sinnvolle Ergänzung nicht nur für Gruppen. Die für Weitwinkelkameras typische Verzerrung, d.h. geschwungene Linien und Verzerrungen an den Kanten, wird von der Zenfone 6 Software weitgehend einfach berechnet.

Mehr eigene Einstellungen als bei Android.
Asus verwendet das Betriebssystem Android 9 von Google in einer leicht modifizierten Version namens ZenUI 6, die kommenden Android-Versionen Q und R werden auch das Zenfone nach Asus verwenden.

ZenUI 6 ist angenehm puristisch und erinnert an Googles eigenes reduziertes Android-Interface. Aber es gibt viele benutzerdefinierte Einstellungen, einen dunklen Modus, einen “don’t disturb”-Modus für Spiele oder die Möglichkeit, Apps wie Instagram, Facebook, Whatsapp oder Twitter mit mehr als einem Account auszuführen.

Das Zenfone 6 steht auf Augenhöhe mit anderen aktuellen Top-Smartphones im Alltag. Der 855 Snapdragon Prozessor hat genug Leistung für Spiele, Videos und Augmented Reality-Anwendungen. Bis zu 8 Gigabyte (GB) RAM und bis zu 256 GB fester Speicher werden hinzugefügt.

Und dann ist da noch die Batterie, die ewig hält, wenn man sie spürt. Kein Wunder: 5.000 Milliampere Stunden (mAh) können im Energiespeicher gespeichert werden. Du kannst den Tag leicht überstehen und manchmal sogar den nächsten. Für einen Tag innerhalb einer Stunde reicht die Energie durch Schnellladung, ein drahtloses Laden ist leider nicht möglich.

Fazit: Interessantes Konzept.
Zwei Kameras reichen aus. Dank des Schwenkmechanismus müssen Sie sich nicht mit einer Selfie-Kamera geringerer Qualität zufrieden geben, sondern einfach alle Bilder mit der besser ausgestatteten Hauptkamera aufnehmen. Wenn sich die Flip-Kamera als langlebig erweist, werden bald auch andere Hersteller sie einsetzen können.

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